Unsere Wildbienen- und Streuobstwiesenschaustände

  1. Der links abgebildete Stand befindet sich am NaturFreundehaus Holzgerlingen
  2. Wenn man auf der Tannenstraße Holzgerlingen verlässt, befindet sich nach 100 m auf der linken Seite ein weiterer Stand.
  3. Der dritte Stand befindet sich im Gebiet „neue Allmend", Nähe Wohngebiet Stöck, zwischen Bahnlinie und Lärmschutzwall der B464.

Die Wildbiene (Infos auf der Südseite der Schaustände)

Im Gegensatz zur häuslich gewordenen Honigbiene führt die Mehrheit der harmlosen Wildbienen (Wildbienen stechen nicht) ein Einsiedlerleben und sie werden deshalb auch als Solitärbienen bezeichnet. Das Weibchen errichtet kleinere, häufig röhrenförmige, mehrzellige Nester im Boden, in hohen Stängeln, morschem Holz, sowie Lehmwänden oder Mauerlöchern. Hierin errichten sie Kammern – „Kinderzimmer" für die Nachkommen, die sie mit je einem Ei belegen und mit Pollen als Nahrung für die Brut versehen.

Wildbienen sind größtenteils Nahrungs- und Wohnraumspezialisten. Im Gegensatz zur Honigbiene werden von Solitärbienen auch Pflanzen bestäubt, die von der Honigbiene vernachlässigt werden, darunter auch gefährdete Pflanzenarten.

Über 80% der Wild- und Kulturpflanzen werden von Wildbienen bestäubt. Auch wenn die Honigbiene wegen zu niedrigen Temperaturen nicht ausfliegt, sind bereits die Wildbienen unterwegs zu den Blüten von Bäumen, Blumen, Kräutern und Gehölzen und leisten beim Pollensammeln ihre wertvollen Bestäuberdienste.

In Baden-Württemberg sammeln noch mehr als 450 Wildbienenarten Pollen und Nektar. Aber unbemerkt von der Öffentlichkeit haben die Bestände in den letzten Jahrzehnten rapide abgenommen. So sind bei uns durch die Zerstörung von Nistplätzen und die Verminderung des Nahrungsangebots in der Folge zu intensiv bewirtschafteter Flächen, des anhaltenden Flächenverbrauchs und der Anlage pflegeleichter grüner Hausgärten 240 Arten mehr oder weniger stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht

Das Überleben der Wildbienen in unserer strapazierten Kulturlandschaft kann nur durch ein ausreichendes Angebot an Blütenpflanzen, Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten gesichert werden. Bieten auch Sie den friedlichen und nützlichen Wildbienen Nahrung und Unterschlupf auf Balkon, im Garten und im Haus:

Abgelagerter, trockener, einheimischer Hartholzklotz (z.B.Buche, Eiche, Robinie) 3-10 mm Bohrung, Bohrtiefe: Bohrlochdurchmesser mal 10, z.B. Bohrlochdurchmesser 3mm mal 10 = Bohrlochtiefe 30 mm. Gebündelte Stängel von Bambus, Schilf, Holunder (Mark entfernen), Rose, Brombeere, Forsythie o.ä.
Das hintere Ende sollte durch einen Knoten verschlossen sein.
Das Gleiche in einer Konservendose untergebracht. Die Stängel müssen mit geeigneten Materialien (Gips, Lehm) vor Vögeln gesichert werden.

Wildbienen sind Sonnenkinder. Hängen Sie die Nisthilfen an einen wettergeschützten, sonnigen Platz, am besten an eine Mauer oder Hauswand.

Streuobstwiesen (Infos auf der Nordseite der Schaustände)

In unserer waldreichen Landschaft nehmen Streuobstwiesen in gewisser Weise eine ökologische Mittlerstelle zwischen Wald und offener Feldflur ein. Sie bieten in ihren Baumkronen sowie durch die extensive Wirtschaftsweise zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Darunter sind viele Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

Durch die besondere Wirtschaftsform der einschürigen Mahd konnte sich auf den Baumwiesen ein artenreicher Unterwuchs entwickeln. Neben den Grasarten sind Margarite, Wiesenstorchschnabel, Löwenzahn, Kerbel, Wiesenbocksbart und Schafgarbe als Hauptarten anzutreffen. Auf trockenen Standorten, südexponierten Hängen, Böschungen und Flächen mit lockerem Baumbestand, gesellen sich Wiesensalbei, Aufrechte Trespe, Wilde Möhre, Klappertopf und andere Arten dazu.

Pflanzen und Tiere bilden in den Obstbaumwiesen eine enge Lebensgemeinschaft: Obstbäume und Pflanzen des Unterwuchses sind auf die Bestäubung durch Wildbienen, Fliegen, Schmetterlinge und Honigbienen angewiesen, die ihrerseits von den Blüten ernährt werden. Das Nebeneinander von unterschiedlich alten Hochstämmen in der traditionellen Obstwiese mit der Vielfalt der Obstarten und -sorten bietet vielen Tieren wie Würgerarten, Steinkauz, Feldhasen usw. Lebensraum. Das reiche Nahrungsangebot lockt Insekten und weitere Vogelarten wie Dompfaff, Goldammer, Kleiber und Meisen an. Bunt- und Grünspechte angeln mit ihren langen Zungen nach Insekten und zimmern Höhlen, die anderen Spezies wie dem Siebenschläfer als Wohnraum dienen. So findet auch der Marder in den ausladenden Baumkronen Beute. Zwischen den Baumwurzeln und dem schützenden Pflanzenbestand gehen Eidechsen, Ringelnattern, Igel und verschiedenen Mausarten auf Nahrungssuche, unter ihnen die stark bedrohte Feldmaus. Dachse, Füchse und Wiesel haben hier ihr Jagdrevier. Eine große Zahl an Insekten, Asseln und Würmer lockern den Boden.

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